Eine einfache Kriminalisierung des Marktes ist nicht unbedingt eine vernünftige Lösung. Um dies zu verstehen, muss man zunächst Bescheid über die Komplexität Bescheid wissen, welche bei der Zuordnung gesundheitlicher und anderer Risiken im Zusammenhang mit Legal Highs verzeichnet wird.

Offensichtlich gibt es mögliche gesundheitliche Gefahren bei Legal Highs, zumindest bei den allerneuesten Verbindungen, da niemand genau sagen kann, welche langfristigen Auswirkungen auftreten können – oder aber welche kurzzeitigen Wirkungen verzeichnet werden, was natürlich von der Person abhängt, welche die Substanz zu sich nimmt und auch davon, welche Substanzen miteinander vermischt werden.


Gesundheitliche Risiken sind teuflisch schwer zu analysieren. Dr. John Ramsey, ein führender Akademiker in diesem Bereich und Toxikologe des St. George Hospital erklärt: “Die einzigen Informationen die wir erhalten, sind durch die Beobachtung der Leute, die solche Produkte einnehmen und das ist nicht ausreichend [für wissenschaftliche Zwecke]. Wenn jemand in einem Club Drogen kauft, dann wissen sie noch lange nicht, was sie genau bekommen und auch die vertreibenden Webseiten [auf denen die gekauft haben] wissen nicht genau, was sie verkauften und auch die Ärzte entnehmen keine Urinproben. Zudem nehmen die Leute nicht nur eine Droge, sondern eine größere Auswahl, wodurch es unglaublich schwierig ist, die Risiken für alle Drogen genauer bestimmen zu können.”
Was die Dinge noch komplizierter macht, so Ramsey, ist seine Beobachtung, dass Legal Highs die unter einem bestimmten Markennamen verkauft werden, in ein paar Monaten deutliche Änderungen hinsichtlich der Inhaltsstoffe aufweisen können. „Es gibt sicherlich ein paar bizarre Mischungen“, sagt er, die sich im Grad der Vernebelung unterscheiden. (Manche Mischungen enthalten „lediglich Koffein“).


Ramsey sagt, dass es einen deutlichen Mangel an öffentlich zur Verfügung stehenden Mitteln gibt, um die neu erstellten Drogen zu erforschen. „Es dauert auch eine Menge Zeit und Geld, um eine Risiko-Beurteilung der Komponenten durchzuführen. Die Pharmaindustrie gibt jedes Jahr Millionen in diesem Bereich aus. Das könnten wir niemals tun. Das gesamte Modell der Drogenkontrolle schlägt in einer solchen Umgebung fehl“.
>> Das Verbot von Mephedron hat die Nutzung nicht reduziert – eine Befragung von 15.500 Clubbern kam zum Ergebnis, dass 42% es vor dem Verbot ausprobiert haben und danach waren es sogar 61%.  Die Reinheit ist allerdings rapide gesunken und die Konsumenten sind eher zum Dealer gegangen anstatt Mephedron über das Internet zu bestellen.<<


Der Zoll kann bei der Einfuhr einfach nicht eingreifen: “Es ist unmöglich, alle Frachten und Pakete zu durchleuchten”, wurde in einem ACMD Bericht von 2011 erklärt. Es wurde hinzugefügt: “Es gab Polizeieinsätze gegen große Importeure. Solche Einsätze benötigen allerdings eine Menge Ressourcen und die Ergebnisse ließen zu wünschen übrig. […]  Der finanzielle Aufwand für die Einreichung forensischer Proben, um die kontrollierten Substanzen zu ermitteln, sind sehr entmutigend, wenn es um die weiteren Handlungen gegenüber NPS Lieferanten geht.”


Niemand mit dem ich gesprochen habe, könnte auch nur eine Einschätzung des Marktes abliefern, es ist einfach zu wenig bekannt. Warum sollte man also nicht einfach alle neuen Substanzen verbieten, indem man einen temporären Bann auferlegt? Ein wesentlicher Faktor, warum so viele junge Menschen zu diesen Substanzen greifen ist die Tatsache, dass sie “legal” sind und viele denken, dass sie somit sicherer als illegale Substanzen sind. Durch ein Verbot könnten bestimmte Webseiten diese Substanzen nicht mehr anbieten und für den Verbraucher wird es schwieriger heranzukommen.


Wenn es um Verbote geht hat man “Probleme wenn man es tut und Probleme wenn man es nicht tut”, sagt Ramsey. Die Raffinesse und Agilität der Chemiker, die neue Verbindungen herstellen wird immer Wege finden, die Gesetzeslage zu umgehen. “Sobald sich ein Gesetz ändert, kommt ein neues Produkt auf den Markt”, fügt er hinzu.
Ramsey verweist auch auf das Beispiel Mephedron, um die Risiken eines Verbotes gewisser Substanzen zu erläutern. “Es wurde von Tausenden eingenommen und dann verboten. Jetzt wird es im Untergrund verkauft und von den gleichen Leuten vertrieben, die auch Kokain und Heroin verkaufen. Durch ein Verbot hat man es nicht vom Markt entfernt, sondern nur die Route geändert, wie die Leute zu den Substanzen kommen.”


Die eben erwähnte Mixmag/Guardian Umfrage zeigte in klaren Statistiken auf, wie sich das Verbot von Mephedron auswirkte. Vor dem Verbot haben 33% der Anwender Ephedron von Webseiten bezogen und 24% von Dealern. Nach dem Verbot kauften stolze 58% Mephedron von Dealern und nur noch 1% über Webseiten. Noch besorgniserregender ist, dass die Illegalisierung dramatische Auswirkungen auf die Qualität der Droge hat. Vor dem Verbot dachten nur 30% der Anwender, dass ihre Produkte gestreckt waren (mit anderen Substanzen als Füllstoffe angereichert). Nach dem Verbot  vermuteten 80%, dass die gekauften Drogen gestreckt waren. Zudem konnte das Verbot die Verwendung nicht reduzieren: 42% der Befragten haben Mephedron vor dem Verbot versucht, wobei es danach 61% waren.
Theoretisch hätten die Behörden durch eine weitere Legalisierung von Legal Highs mehr Zeit und Freiräume, um die Wirkungen von Drogen zu überwachen, anstatt andauern im Kampf gegen neue Substanzen zu stehen, die extra geschaffen wurden um neue Gesetze zu umgehen.


Aber noch einmal, es ist alles nicht so einfach. Natürlich könnte sich irgendwann herausstellen, dass viele der Legal Highs vollständig oder größtenteils ungefährlich sind. Webseiten wie legalhighsforum.com und die Talk to Frank Webseite der Regierung helfen dabei, die Anwender zu informieren.


Es wäre dennoch sehr optimistisch und in der Tat sehr gefährlich zu behaupten, dass Legal Highs vollkommen ohne Risiken sind. Da wir einfach über keine Möglichkeit verfügen es mit Sicherheit sagen zu können, wenn eine Chemikalie unter einem bestimmten Markennamen angeboten wird und noch kein Mensch sie probiert hat. Der Schatten von MPTP, dem Legal High welches in den späten 70er Jahren so beliebt war und bei allen Anwendern irreversible Parkinson-ähnliche Symptome hervorrief, hängt immer noch über der Industrie. Ramsey sagte, dass “wir noch nie so etwas zerstörerisches auf dem Markt gefunden haben, doch wenn es wieder ein solches Produkt geben wird, würde das zum Chaos führen”.


Was ist also die Antwort von Ramsey? “Ich denke nicht, dass die Kontrolle von Lieferanten funktioniert. Was wir tun müssen ist die Menschen davon zu überzeugen, dass der Konsum einfach zu riskant ist.”


Bei tausenden junger Briten ist eine 15Pfund/Gramm Nacht ein Spaß, der dennoch große Risiken für die Gesundheit bedeutet. So lange es Verbraucher gibt, so lange wird es auch Webseiten geben, bei denen man die Produkte kaufen kann.
 

Kundenrezesionen:

[17.09.2013]
Bewertung:
die Regierungen, wollen die Turner ausrotten .. dies ist der einfachste weg ;)
DomiS [25.05.2013]
Bewertung:
Leider werden uns auch dieses Jahr wieder 26 Substanzen verboten, sehr bald sogar wenn man Dem,, Spiegel,, glaubt. mein Verständniss hört hier auf, lieber lässt man doch das altbewährte, statt die Leute zu zwingen jedes Jahr aufs neue irgendwelche neuartigen Gifte zu sich zu nehmen. Aber dieser Staat, was reg ich mich nur auf.... Wenn man aussieht wie Angela Merkel ist es ja eh klar das man gegen ,,Experimente und Forschen ist,, :-)
alter Sack [08.04.2013]
Bewertung:
Es ist ein Dilemma, das wohl nicht (oder zumindest nicht so schnell) gelöst werden kann. Über die Zustände in GB kann ich nichts sagen. In der brd ist es so, daß es nicht nur die "Neider" gibt, die anderen keinen "Rausch" gönnen wollen, sondern auch die "Karrieristen" und Wichtigtuer, die sich einfach nur hervortun wollen und das Problem mit den Chemikalien als Mittel zum Zweck benutzen. Tatsächlich ist es so, daß Chemikalien wohl schwerlich legal zum menschlichen Konsum außerhalb medizinischer Indikation (d.h. zum "Rausch") zugelassen werden. Bis das so weit wäre, müßten nicht nur enorme gesellschaftliche und politische Hürden genommen werden, sondern es müßte auch investiert werden, um die nötigen Versuche bis zu einer Zulassung finanzieren zu können. Bei den Medikamenten ist das ja schon seit langem zu beobachten: Es wird jahrelang mit enormem Aufwand geforscht, bis alles so weit "sicher" ist, daß es an den "Endverbraucher" gehen darf. Bis dahin hat es derartige Summen verschlungen, daß es sich nur dann wieder "rentiert", wenn das zugelassene Medikament für einen im Vergleich zu den minimalen Herstellungskosten exorbitanten Endpreis verkauft wird. Das klappt bei Medikamenten zumindest in der brd, weil der Endverbraucher mit der medizinischen Indikation das Produkt von seiner Krankenkasse bezahlt bekommt, also von einer riesigen Einzahlungsgemeinschaft, von der nur ein vergleichsweise kleiner Teil Leistungen erhält, während die anderen nur bezahlen. Bei einem Konsumprodukt ("Rauschmittel") würde das wegfallen. Der Endpreis (samt Steuern, weil der Staat da natürlich auch noch gewaltig zuschlagen würde, - siehe Alkohol und Tabak ... ) würde so hoch, daß der Verbraucher es sich nicht mehr leisten könnte und wollte. Solange "Rauschmittel" (vom Alkohol abgesehen) "unabgesichert", also ohne lange und teure Forschung zur Sicherheit für den menschlichen Konsum im "grauen" oder gar "schwarzen" Markt hergestellt, vertrieben und gekauft werden können, bleiben sie erschwinglich (daß der "schwarze" Markt aufgrund des hohen Risikos größer Gewinnmargen fordert und damit das Gesundheitsrisiko aufgrund der mangelhaften Qualität steigt, ist wieder eine andere Sache). Um auf die Sache mit den "Karrieristen" in der brd zurückzukommen, so tun sich einige Politiker und Staatsanwälte wichtig, im Namen der "Sorge um die Gesundheit" ständig neue Verbote auf den Weg zu bringen (wurden erst im Juni letzten Jahres eine Menge Forschungschemikalien verboten, so wurde schon im November der Anlauf für die nächsten Verbote eingeleitet und im Dezember auf den Weg gebracht, so daß wieder einige Chemikalien bald in der brd verboten sein werden und somit hier nicht mehr angeboten werden können). Wie in dem Artikel aufgrund der praktischen Erfahrung verdeutlicht wurde, bringen die Verbote hinsichtlich der "Sorge um die Gesundheit" gar nichts, verschlimmern die Situation sogar manchmal. Aber der entsprechende Staatsanwalt hat sich wichtig gemacht, was von seinen Vorgesetzten anerkannt wird. Er wird befördert, erhält damit ein höhere Einkommen und somit später auch eine höhere Pension. Sein "Ansehen" steigt durch seine "Erfolge". Und auch die Politiker heften sich die angeblichen "Erfolge" durch ihre beschlossenen Verbote an die Brust. Die ernsthaften Forscher aber bringt das leider nicht weiter.
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